SÜDSUDAN: ERFOLG GEGEN TODESSTRAFE

Bild: www.amnesty.de

Es gibt eine gute Nachricht aus Südsudan:

Das südsudanesischen Berufungsgericht hat am 14. Juli 2020 entschieden, das gegen Magai Matiop Ngong verhängte Todesurteil aufzuheben, weil er zum Zeitpunkt des Verbrechens ein Kind war. Der Fall wurde an den Hohen Gerichtshof zurückverwiesen, damit dieser über ein angemessenes Urteil entscheidet. Magai wurde am 29. Juli aus dem Todestrakt entlassen.

Deprose Muchena, Direktor von Amnesty International für das östliche und südliche Afrika, sagt dazu: „Wir begrüßen die Entscheidung des Berufungsgerichts, das Todesurteil gegen Magai Matiop Ngong aufzuheben, weil nach südsudanesischem und internationalem Recht ein Kind nicht zum Tode verurteilt werden kann. Magai ist einer derjenigen, die gerade noch Glück hatten. Mindestens zwei weitere Personen, die zum Zeitpunkt des Verbrechens Kinder waren, wurden seit Mai 2018 im Land hingerichtet; ihr Leben wurde ebenso ausgelöscht wie alle Hoffnungen, die ihre Familien für sie hegten.

Die südsudanesische Regierung muss das südsudanesische und das internationale Recht vollständig einhalten, das die Anwendung der Todesstrafe gegen Personen verbietet, die zum Zeitpunkt des Verbrechens unter 18 Jahre alt waren. Die Behörden müssen diese grausame, unmenschliche und erniedrigende Strafe endgültig abschaffen“, sagte Deprose Muchena.

Magai Matiop Ngong war 2019 unter den Fällen des jährlich stattfindenden Amnesty-Briefmarathons. Amnesty International mobilisierte weltweit tausende Menschen, an Präsident Salva Kiir zu schreiben. Mehr als 765.000 Menschen auf der ganzen Welt forderten Präsident Salva Kiir auf, das Todesurteil umzuwandeln, und brachten ihre Solidarität mit Magai zum Ausdruck. Und auch in Ahlen waren wir hierzu aktiv, denn im Rahmen des Briefmarathons setzen sich am 13.12.2019 die Schüler_innen des Berufskollegs St. Michael für Magai Matiop Ngong ein.

Auch dafür nochmal ein herzliches Dankeschön!